Beinahe ein Unfall pro Tag auf A 8 zwischen Pforzheim-West und Heimsheim

Schon seit Jahren ist die Enztalquerung der A 8 als Unfall- und Stauschwerpunkt bekannt. In diesem Zusammenhang konstatiert der FDP-Enzkreisabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert nachdem er die Antwort auf eine im Januar gestellte kleine Anfrage (Drucksache 16/9815) zu den Unfallzahlen in der Enztalquerung erhalten hat: „Es kracht nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich fast täglich.“ Insgesamt 1.684 Verkehrsunfälle haben sich in den Jahren 2016 bis 2020 zwischen den Ausfahrten Pforzheim-West und Heimsheim ereignet. Dabei seien 1.094 Personen verunglückt, teilte das Landesinnenministerium Schweickert mit. Neben 956 leicht- und 128 schwerverletzten Personen, gab es auch 10 Todesfälle zu beklagen. „Wir haben es hier mit einer Bilanz des Schreckens zu tun, die deutlich macht, wie wichtig der baldige Ausbau der Enztalquerung allein schon aus Sicherheitsgründen ist“, so der Liberale. Dabei seien die Zahlen aufgrund der deutlich gesunkenen Unfallzahlen des Corona-Jahrs 2020 deutlich weniger dramatisch. Trotzdem ist bereits im Jahr 2019 ein deutlicher Rückgang der Unfallzahlen gegenüber dem zuletzt unfallträchtigsten Jahr 2018 zu beobachten gewesen. Während 2018 noch 402 Unfälle zu verzeichnen waren, sank die Zahl bereits 2019 auf 324 und halbierte sich im vergangenen Jahr gegenüber 2018 beinahe auf 202. Analog dazu sanken auch die Zahlen der Unfälle mit Personenschäden.

Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Unfallzahlen ist auch bei den Stauzahlen zu beobachten. Auch hier wurde der Höhepunkt im Jahr 2018 mit 1.165 Staumeldungen erreicht. Bereits 2019 ist mit 831 Meldungen ein deutlicher Rückgang zu erkennen, der sich im vergangenen Jahr mit 527 Meldungen weiter verstärkte. „Die Hauptursachen für Staus in der Region sind erwartungsgemäß das allgemein hohe Verkehrsaufkommen in Kombination mit den beiden Engstellen hinter den Ausfahrten Pforzheim-Nord und Pforzheim-Süd, weiter sinkende Straßenkapazitäten durch Baumaßnahmen und nicht zuletzt die vielen Unfälle auf dem Streckenabschnitt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen während des Ausbaus der Enztalquerung entwickeln, denn die Voraussetzungen verschlechtern sich dann weiter“, erklärt Schweickert.

Immerhin würden die sinkenden Unfallzahlen Hoffnung zu der Annahme geben, dass sich die vielen in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auszahlen. „Der auch von mir unterstützte Einsatz von Stauwarnanlagen und nicht zuletzt die regelmäßige Überwachung der Geschwindigkeiten sind wichtige Elemente zur Vergrößerung der Sicherheit auf der A 8. Deshalb ist auch zu begrüßen, dass das Polizeipräsidium Pforzheim noch vor Beginn des Ausbaus der Enztalquerung einen Enforcement Trailer erhält, mit dem gerade auch die Geschwindigkeit im Baustellenbereich überwacht werden kann“, so Schweickert. Auch die von ihm nach hartnäckigem Einsatz erkämpften Reiseechtzeitanzeigen dürften helfen, die Verkehrssituation in der gesamten Region zu entspannen und Staus auf den Ausweichstrecken einzudämmen. „Nichtsdestotrotz braucht es weiterhin einer langfristigen und koordinierten Planung von Baustellen im weiteren Umfeld der A 8, um Staus so gut wie möglich zu verhindern und eine sinnvolle Verkehrslenkung zu ermöglichen“, macht Schweickert klar.

Insgesamt werde sich jedoch erst nach einer Normalisierung des Verkehrsaufkommens zeigen, ob die Unfall- und Stauzahlen trotz der bald beginnenden jahrelangen Baustelle weiter gesenkt werden können. „Faktisch wird der Unfallschwerpunkt Enztalquerung wohl erst in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Deshalb kommt es darauf an, dass der Ausbau nun bald beginnt und dann reibungslos abläuft“, hofft der Liberale auf ein Ende der täglichen Staumeldungen.

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