FDP-Landtagsabgeordnete fordern kurzfristige Lösung für Radweglücke in Heimsheim

„Eine Lösung bis zum Beginn der Fahrradsaison muss möglich sein. Aber leider fehlt es dem grüngeführten Verkehrsministerium offensichtlich an politischem Willen“, mit diesen klaren Worten fordert der FDP-Enzkreisabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert endlich eine kurzfristige Lösung für den weiterhin fehlenden Lückenschluss des Radwegs an der A 8-Anschlussstelle Heimsheim. Nachdem Schweickert bereits im vergangenen Sommer eine entsprechende Anfrage an das Verkehrsministerium gestellt und Vorschläge für einen provisorischen Lückenschluss des Radwegs von Heimsheim nach Friolzheim und Mönsheim gemacht hatte, dort jedoch auf Granit gestoßen war, holte sich der Freie Demokrat nun Unterstützung seines Fraktionskollegen und verkehrspolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Christian Jung, der die bisherige Einschätzung Schweickerts vollumfänglich teilt. „Wir reden hier von einem offenkundig teilweise sogar lebensgefährlichen Abschnitt. Dabei wäre es ein einfaches, einen schmalen Streifen am Fahrbahnrand zu asphaltieren und eine Verschwenkung unter der Autobahnbrücke einzurichten“, so Jung. Laut Schweickert könne man beispielsweise auch einfach die aktuell an der B 10 bei Niefern im Zuge der Umleitung des Enztalradwegs genutzten Elemente nach Heimsheim bringen, sobald diese dort nicht mehr benötigt würden.

Beide Abgeordneten hatten die für Radfahrerinnen und Radfahrer gefährliche ca. 450 Meter lange Strecke im Rahmen eines heutigen Ortstermins gemeinsam mit den Bürgermeistern Jürgen Troll (Heimsheim) und Michael Seiß (Friolzheim) in Augenschein genommen. Die beiden Bürgermeister erinnerten in diesem Zuge auch noch einmal daran, dass Pläne für eine Verschwenkung unter der Brücke bereits seit vielen Jahren in der Schublade des zuständigen Regierungspräsidiums Karlsruhe lägen. Ursprünglich sei sogar eine zeitnahe Lösung nach dem sechsspurigen Ausbau der A 8 in diesem Bereich angekündigt worden. Nun warte man bereits seit 2011 darauf. Nachdem das Verkehrsministerium im vergangenen Jahr gegenüber Schweickert mitgeteilt hatte, dass ein Lückenschluss des Radwegs erst im Zuge des Ausbaus der Landesstraße umgesetzt werden solle, dieser allerdings erst nach dem großen Umbau der Autobahnanschlussstelle beginnen werde, sieht der Enzkreisabgeordnete ein großes Politikversagen. „Eine Landesregierung, die sich immer als Förderer des Radverkehrs darstellt, muss ihren Worten auch einmal Taten folgen lassen. Die Kommunen haben Radverkehrskonzepte erstellt, der Enzkreis hat ein Radverkehrskonzept erstellt, aber die Landesregierung bekommt es selbst nach fast 11 Jahren unter grüner Führung nicht hin, hier ein paar hundert Meter Radweg zu bauen. Wenn es nach den Plänen des Verkehrsministeriums geht, werden wir hier bestenfalls vielleicht 2030 einen durchgehenden Radweg sehen, eher noch später“, übt Schweickert scharfe Kritik und weist gleichzeitig darauf hin, dass selbst der Ausbau der Anschlussstelle Heimsheim frühestens 2027 beginnen soll.

Um den Druck auf Verkehrsminister Winfried Hermann zu erhöhen, wollen die beiden Liberalen das Thema nun noch einmal mit einem Antrag aufgreifen und den Minister im zuständigen Verkehrsausschuss stellen. „Das Ziel ist ganz klar ein schneller wenigstens provisorischer Lückenschluss. Es kann nicht sein, dass hier noch jahrelang Stillstand herrscht und Radfahrerinnen und Radfahrer sich in Lebensgefahr begeben müssen. Wer die Situation vor Ort kennt, sieht sofortigen Handlungsbedarf“, geben Schweickert und Jung die Marschroute vor.

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