Schweickert: „Chaos bei kostenlosen Schnelltests vermeiden!“

Der FDP-Enzkreisabgeordnete Prof. Dr. Schweickert warnt vor einem Chaos bei den vom Bund versprochenen wöchentlichen Corona-Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger des Enzkreises. So könnten die Kommunen derzeit im Rahmen ihrer eigenen kommunalen Teststrukturen keine allgemeinen „Bürgertests“ anbieten, gleiches gelte auch für die Apotheken im Raum Pforzheim/Enzkreis, von denen nur ein Bruchteil eine Testmöglichkeit im Sinne der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums bieten könne. „Im ganzen Enzkreis gibt es nach Angaben der Landesapothekerkammer gerade einmal acht Apotheken, die die kostenlosen Schnelltests anbieten, die jeder einmal pro Woche machen lassen darf. Im südlichen Enzkreis gibt es jedoch keine einzige“, so Schweickert. Auch in Pforzheim gebe es nur ein geringes Angebot. Die meisten Apotheken hätten schlicht keinen ausreichenden Platz, um ein Schnelltestangebot machen zu können. Auch bei den Arztpraxen drohe eine Überlastung, wenn nun jeder sein Anrecht auf einen kostenlosen Test wahrnehmen wolle. Es stelle sich die Frage wie und wo die rund 200.000 Einwohner des Enzkreises potenziell jeweils einmal wöchentlich getestet werden sollten.

Auch seitens der grün-schwarzen Landesregierung vermisst Schweickert weiter eine auf die nationale Teststrategie des Bundes abgestimmte landeseigene Strategie. „Vor zwei Wochen hieß es von Gesundheitsminister Manfred Lucha, dass die Teststrategien von Bund und Land zusammenpassen müssen. Jetzt liegt die Verordnung des Bundes zum Testanspruch vor, doch vom Land ist nichts zu hören und diejenigen, die die Tests durchführen sollen, werden im Dunkeln darüber gelassen, wo die Tests herkommen sollen, wie abgerechnet werden soll und wie der potenzielle Ansturm bewältigt werden soll“, erklärt Schweickert. Es müsse nun bald eindeutig kommuniziert werden, wo und wie jeder den ihm versprochenen Test machen lassen könne.

Der Enzkreisabgeordnete weist weiter darauf hin, dass auch die mittlerweile erhältlichen Selbsttests keine Abhilfe schaffen können, da diese nur für den privaten Gebrauch gedacht sind. „Nur wenn ich einen offiziellen Test durchführen lasse, erhalte ich ein Zertifikat, mit dem ich beispielsweise die Großmutter im Seniorenheim besuchen oder zur Kosmetikerin gehen kann. Je mehr solcher Regelungen es gibt, desto dringender sind umgekehrt ausreichende Testkapazitäten“, macht Schweickert deutlich. Bund und Land müssten endlich für klare Regeln sorgen.

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