Schweickert kritisiert Verschlechterung der Bahnanbindung des Enzkreises

Mit der Übernahme des Regionalverkehrs durch Abellio und Go-Ahead am 9. Juni 2019 im Stuttgarter Netz wird es im Enzkreis auch zu Änderungen des S-Bahn-Verkehrs sowie der Verbindungen von und nach Karlsruhe kommen. Der FDP-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Prof. Dr. Erik Schweickert fühlt sich bestätigt in seinen seit langen geäußerten Sorgen: „Der Wegfall der S9 von Mühlacker nach Bretten sowie die Verkürzung der S5 auf die Strecke Karlsruhe – Pforzheim schränkt die Mobilität der Bürger des Enzkreises erheblich ein, ohne dass hierfür mehr Regionalbahnen als Ausgleich fahren würden. Der Regionalexpress von Stuttgart nach Karlsruhe, der bisher die Regionalhaltepunkte Illingen, Mühlacker Rößlesweg, Enzberg, Niefern und Eutingen direkt mit Karlsruhe verbunden hat, entfällt gänzlich. So werden einige Verbindungen nur noch mit Umstiegen zu bewerkstelligen sein. Dieser Bruch in Pforzheim entlang der Residenzbahn wird dazu führen, dass bisherige Direktverbindungen zu Umsteigeverbindungen degradiert werden. Nach den Strapazen durch die Sanierung der Residenzbahn im letzten Jahr hätten die Menschen einen gut funktionierenden SPNV verdient, der ihnen nun noch weiter verschlechtert wird.“

Schweickert, der schon seit Beginn seiner Zeit im Landtag auf drohende Fehlentwicklungen hingewiesen und dazu unter anderen auch schon einen Pendlerstammtisch einberufen hatte, berichtet, dass er inzwischen fast täglich Beschwerden betroffener Bürger erhält. „Die Veränderungen bedeuten dabei auch nicht nur den Verlust der Anbindung nach Karlsruhe, sondern das Pendeln in den Enzkreis z.B. nach Königsbach-Stein wird erheblich erschwert. Für zahlreiche Berufspendler, die morgens pünktlich in Königsbach-Stein sein müssen, macht das die weitere Nutzung der Bahn wohl dauerhaft unmöglich.“ Schweickert fordert daher die Landesregierung und alle beteiligten Bahn-Unternehmen auf, diese neuen Missstände spätestens mit einem der nächsten Fahrplanwechsel zu beheben: „Es ist eine Unding, dass eine Grün-Schwarze Landesregierung mit einem Verkehrsminister Winfried Hermann zwar ständig predigt, die Menschen sollten mehr ÖPNV nutzen und dann werden durch Vergabe von Teillosen und offenbar mangelnder Aufsicht über die Folgen der Vergabe ganz viele Menschen von der Bahnnutzung abgehängt“.

Neben dem Wegfall der Verbindung beklagt Schweickert werde „der Enzkreis ja auch noch durch unterschiedliche Bahnsteighöhen massiv benachteiligt. Mit dem nun neu eingeführten Zwangsumstieg in Pforzheim gewinnt man fast den Eindruck, der Enzkreis werde wieder in einen früheren badischen und einen früheren württembergischen Teil gespalten.“

„Je nach Taktung müssen Pendler entweder lange Umsteigezeiten in Kauf nehmen, oder aber alte oder bewegungseingeschränkte Personen in wenigen Minuten einen Gleiswechsel durchführen. Mangels Barrierefreiheit an einigen Haltepunkten im Enzkreis und unterschiedlicher Bahnsteighöhen für viele schlicht unmöglich. Viele betroffene Bürger denken schon jetzt über den Umstieg auf das Auto nach.“

„Der Versuch, auf die drohenden Missstände mit einer Unterschriftenaktion aufmerksam zu machen werden wird erschwert, weil das Sammeln der Unterschriften auf Bahngelände untersagt wird. Aber wir bleiben da dran! Ich bin mir sicher, für viele Menschen im Enzkreis wird das böse Erwachen erst am 09.06.2019 kommen, wenn sie endgültig realisieren, welche Folgen die Veränderung im ÖPNV im Enzkreis für sie haben.“

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