Schweickert zu FFP2-Maskenverteilung: „Richtige Maßnahme zu spät und falsch umgesetzt – Vulnerable Gruppen in Scharen in die Apotheken zu schicken ist absolut kontraproduktiv

Zusätzlich verstärkte Nutzung von Schnelltests für Pflegende gefordert

Nachdem die Bundesregierung beschlossen hat, FFP2-Masken an Risikogruppen auszugeben, sieht der FDP-Enzkreisabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert Probleme bei der Umsetzung der Verteilung. „Die Schutzwirkung von FFP2-Masken, auf die ich selbst immer wieder hingewiesen habe, ist schon lange bekannt, insofern sehe ich es positiv, dass nun langsam der Fokus auf den Schutz von Risikogruppen gelenkt wird. Allerdings halte ich es für absolut Kontraproduktiv die vulnerablen Gruppen nun in Scharen in die Apotheken kommen zu lassen“, so Schweickert. Aus Sicht des Liberalen gebe es deutlich einfachere und sicherere Möglichkeiten, die Masken bei den Zielgruppen ankommen zu lassen. So könnten die Masken auch über die Landratsämter an die Kommunen verteilt werden, die dann für die weitere Verteilung sorgen. Man könne hier problemlos die Mechanismen des Katastrophenschutzes zur Anwendung bringen, ist sich Schweickert sicher. Darauf sei er auch bereits von verschiedenen Bürgermeistern im Enzkreis angesprochen worden.

Zudem müsse man sich darüber im Klaren sein, welch großer Aufwand den Apotheken nun aufgebürdet werde.  „Die Apotheken müssen zunächst einmal völlig unvorbereitet in Vorleistung gehen. Die Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn hat ihr Übriges zu einem holprigen Start beigetragen“, erklärt Schweickert im Hinblick auf steigende Beschaffungskosten und einen drohenden Kundenansturm. Viele Fragen seien derzeit schlicht noch nicht geklärt.

Der Liberale fordert weiterhin, dass zusätzlich auch im Bereich der privaten Pflege verstärkt Antigen-Schnelltests eingesetzt werden müssen. So müssten auch pflegende Angehörige leichter Schnelltests erhalten können. „Es ist richtig, dass Schnelltests nun endlich verstärkt in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt werden. Dabei wird aber außer Acht gelassen, dass viele Angehörige zuhause pflegen. Auch hier sollte ein stärkerer Schutz gewährleistet und ein entsprechend leichter und kostengünstiger Zugang zu Schnelltests ermöglicht werden“, so Schweickert.

Hintergrund: Die Bundesregierung plant noch in diesem Jahr jeweils drei FFP2-Masken an Personen aus Corona-Risikogruppen auszugeben. Ab Januar sollen dann noch einmal jeweils 12-FFP2-Masken ausgegeben werden. Bei der ersten Ausgabe, die bis zum 31. Dezember erfolgen soll, müssen die Apotheken selber die Berechtigung prüfen. Außerdem müssen die Apotheken in Vorleistung gehen und die Masken selbst beschaffen. Allein für die rund 2,7 Mio. anspruchsberechtigten Personen in Baden-Württemberg müssen bis Ende Dezember 8,1 Mio. Masken beschafft werden. Die Kosten sollen schließlich später erstattet werden. Unklar ist auch, wie im Rahmen der ersten Verteilung sichergestellt werden soll, dass Berechtigte nicht mehrere Apotheken aufsuchen. Ab Januar sollen dann von den Krankenkassen je zwei Berechtigungsscheine für je sechs Masken an alle Berechtigten ausgegeben werden. Pro Sechserpack ist eine Eigenbeteiligung von zwei Euro geplant.

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