Umweltministerium sieht kaum Chancen für Beibehaltung von „Flach und Rund“

Nur wenige Chancen auf einen Erhalt des beliebten Sondersammelsystem „Flach und Rund“ sieht Landesumweltminister Manfred Untersteller, wie der FDP-Enzkreisabgeordnete und Kreisrat Prof. Dr. Erik Schweickert mitteilt. Schweickert wollte im Landtag in Erfahrung bringen, inwiefern das auf der Kippe befindliche Abfallsystem des Enzkreises möglicherweise doch beibehalten werden könne, stieß hierbei jedoch auf keine Unterstützung. „Das Ministerium betont zwar, dass das System einmal neue Maßstäbe gesetzt habe, ist jedoch der Auffassung, dass es den neuesten Anforderungen aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz nicht mehr gerecht wird. Insbesondere die Trennung von Leichtverpackungen und Glas wird als extrem aufwendig gesehen“, so Schweickert. Angesichts der großen Investitionen, die die Firma Suez in Ölbronn erst vor kurzem getätigt habe, sei er allerdings nicht davon überzeugt, dass das System keine Zukunft habe. Verwundert zeigt sich der Liberale jedoch darüber, dass es seitens einiger Bürgerinnen und Bürger große Kritik an „Flach und Rund“ gegeben habe, weil es immer wieder „Entscheidungsprobleme und Zweifelsfälle“ gebe. „Nach allem, was bisher aus der Bevölkerung zu hören war, ist das System, anders als die Antwort des Umweltministeriums suggeriert, sehr beliebt. Ich habe im Gegenteil schon vielfache Kritik am drohenden Aus des Systems erhalten“, erklärt Schweickert.

Wenn jedoch das bisherige System schon nicht beibehalten werden könne, müsse jedoch zumindest sichergestellt sein, dass es weiter bei einem umfassenden Holsystem bleibe, macht der Abgeordnete deutlich. „Die Nachteile eines Sammelsystems mit gelben Säcken sind deutlich. Aufgerissene Müllsäcke und umherwehender Müll sorgen für ein schlechtes Ortsbild und sind eine Gefahr für die Umwelt. Dies ist bei Tonnen ausgeschlossen“, so Schweickert unter Hinweis auf die Antwort Unterstellers. Den Hinweis auf eine schlechtere Mülltrennung bei der Nutzung von Tonnen durch soziale Kontrolle, will er so nicht stehen lassen. „Müllsammlung in Verbindung mit sozialer Kontrolle zu bringen halte ich für falsch. Schlechte Mülltrennung entsteht vor allem durch komplizierte Trennsysteme und nicht, weil mein Nachbar mich dabei beobachtet, ob ich etwas Falsches in meinen gelben Sack werfe.“

Für den Enzkreis fordert Schweickert deshalb weiter ein verständliches und möglichst bürgernahes Abfallsystem. Es dürfe keine qualitative Verschlechterung zum bisherigen System geben. „Grundsätzlich muss es dabei bleiben, dass alles abgeholt wird. Je weniger Tonnen dafür notwendig sind, desto besser“, so der Liberale abschließend.

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